Naturbasierte Lösungen schaffen messbaren Mehrwert für Städte

Immer mehr Städte richten ihren Umgang mit Niederschlagswasser neu aus und wollen gleichzeitig urbanes Leben, Biodiversität und Klimaresilienz stärken. Naturbasierte Lösungen (NBS) bieten einen integrierten Ansatz, um diese Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Ihr volles Potenzial bleibt jedoch in klassischen Projektbewertungen häufig unberücksichtigt.
Ramboll hat das NBS-Value-Tool entwickelt, um die umfassenderen Vorteile dieser Lösungen zu quantifizieren und zu monetarisieren – darunter bessere Gesundheit, attraktivere urbane Räume und eine höhere Biodiversität. Dadurch entsteht eine fundierte Grundlage, um Maßnahmen vergleichbar zu machen und Investitionen gezielt zu priorisieren.
„Blau-grüne Lösungen in urbanen Räumen können einen Mehrwert schaffen, der weit über die Rückhaltung und Behandlung von Wasser hinausgeht. Die Möglichkeit, diesen Zusatznutzen zu bewerten, verbessert Entscheidungsprozesse und unterstützt die Entwicklung klimaresilienter Städte – das ist sehr spannend“, sagt Allan Bo Mikkelsen, Projektmanager für Klima und Abwasser bei Aarhus Vand.
In Zusammenarbeit mit Aarhus Vand hat Ramboll das NBS-Value-Tool auf drei Projekte an verschiedenen Standorten in Aarhus angewendet: Åbyhøj, Fredensvang und Vesterbro Torv. Die Projekte decken unterschiedliche Maßstäbe und Entwicklungsphasen ab – von lokalen Maßnahmen bis hin zu umfassenden städtischen Transformationen.
In allen drei Fällen zeigt die Analyse ein klares Muster: Wenn Zusatznutzen berücksichtigt werden, bieten naturbasierte Lösungen einen deutlich höheren Gesamtwert als traditionelle Ansätze.
In Åbyhøj konzentrierte sich die Analyse auf zwei begrünte Straßen und einen Stadtpark.
Die Ergebnisse zeigen:
- Begrünte Straßen verbessern die Mobilität der Menschen im Gebiet und erhöhen die Verkehrssicherheit.
- Der Park schafft Raum für Erholung, körperliche Aktivität und stärkt die Biodiversität.
Der berechnete sozioökonomische Wert der Maßnahmen beträgt mindestens 5,3 Millionen DKK pro Jahr. Seit der Bewertung wurden im Gebiet jedoch weitere blau-grüne Maßnahmen umgesetzt, sodass dieser Wert nur einen Teil des tatsächlichen Gesamtnutzens abbildet.
Skalierung der Wirkung in Fredensvang
In Fredensvang wurden sechs Arten von Maßnahmen analysiert, darunter Parks, Straßen, Wohngebiete und öffentliche Räume. Diese wurden verwendet, um drei Entwicklungsszenarien zu bewerten:
- Eine rohrbasierte Lösung
- Eine vollständig naturbasierte Lösung
- Ein hybrider Ansatz
Allan Bo Mikkelsen sagt: „Ramboll hat uns bei der Berechnung und Bewertung des Zusatznutzens für diese drei sehr unterschiedlichen Projekte unterstützt – von einem großflächigen Trennprojekt mit grünen Lösungen auf etwa 200 Hektar über die Evaluierung eines bereits abgeschlossenen Projekts bis hin zu einer großen städtischen Sanierungs- und Klimainitiative in der Aarhuser Innenstadt. Diese Prozesse waren sehr aufschlussreich.“
Die Ergebnisse zeigen:
- Naturbasierte Lösungen liefern den Großteil des sozioökonomischen Nutzens – viermal so viel wie der hybride Ansatz, während die rohrbasierte Lösung kaum Nutzen erbrachte
- Multifunktionales Design steigert die Rendite erheblich bei nur geringen Zusatzkosten
- Skalierbare Lösungen wie begrünte Straßen generieren erhebliche kumulative Vorteile
Der Vergleich verdeutlicht, wie die frühzeitige Integration von Zusatznutzen zu besser fundierten Entscheidungen und robusteren Projektergebnissen führt.
Transformation von Vesterbro Torv
Am Vesterbro Torv verwandelt das Projekt eine verkehrsdominierte Fläche in einen multifunktionalen Stadtbereich, der Klimaanpassung mit verbesserter Lebensqualität in der Stadt kombiniert.
Die Ergebnisse zeigen:
- Erholungswert und verbessertes städtisches Erlebnis sind die größten Wertbeiträge
- Grüne Infrastruktur verbessert die Luftqualität und unterstützt die Kohlenstoffbindung
- Die Verkehrssicherheit steigt, wenn Fußgänger und Radfahrer Vorrang haben
Das Projekt zeigt, wie vergleichsweise geringe Investitionen den Wert von Stadtflächen deutlich steigern können, wenn Lösungen multifunktional geplant werden. Im Fall von Vesterbro Torv beläuft sich der jährliche sozioökonomische Wert des zusätzlichen Nutzens der Transformation auf mindestens 7 Millionen DKK. Eine anschließende Kosten-Nutzen-Analyse, die diesen monetarisierten Zusatznutzen berücksichtigt, zeigt zudem, dass die Stadt Aarhus für jeden investierten 1 DKK rund 1,5 DKK zurückerhält.
Bessere Entscheidungen unterstützen
Die Zusammenarbeit zwischen Ramboll und Aarhus Vand zeigt, wie die Quantifizierung von Zusatznutzen die Entscheidungsfindung bei Klimaanpassungsprojekten stärkt.
Durch die Sichtbarmachung des vollen Wertes erhalten Versorgungsunternehmen und Kommunen eine klarere Grundlage für die Priorisierung von Lösungen, die langfristige Vorteile für Mensch und Umwelt bieten.
Da Städte sich weiterhin an den Klimawandel anpassen, wird die Fähigkeit, die volle Wirkung von Lösungen zu messen und zu vergleichen, immer wichtiger.
Tools wie NBS Value unterstützen diesen Wandel, indem sie transparentere, datengestützte Entscheidungen ermöglichen und das Potenzial naturbasierter Lösungen in der Stadtentwicklung erschließen.
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