Biodiversität im globalen Pharmaportfolio systematisch stärken

    Was als Pilotprojekt an einem einzelnen Standort begann, wird zu einem globalen Programm weiterentwickelt. Grundlage sind kennzahlenbasierte Biodiversitäts-Baselines, gezielte Konzepte zur Verbesserung von Lebensräumen sowie langfristiges Management und Monitoring. Ein Biodiversitäts-Dashboard stärkt die Verantwortung auf Standortebene und unterstützt die Umsetzung strategischer, wissenschaftlich fundierter Maßnahmen mit positivem Effekt auf die Natur.
    Nature positive project

    Artenreicher Bach vor einem terrassierten Obstgarten und Bürogebäuden

    Ramboll wurde von einem weltweit tätigen Pharmaunternehmen beauftragt, das bis 2030 an wichtigen Betriebsstandorten einen positiven Nettoeffekt auf die Natur erzielen möchte. Was 2021 mit der Bestandsaufnahme und Neugestaltung eines Vorzeigestandorts in Großbritannien begann, entwickelte sich schnell zu einem deutlich umfassenderen Vorhaben.

    Ein globales Programm

    Nach dem Erfolg des Pilotprojekts in Großbritannien wurde das Programm auf 38 Betriebsstandorte weltweit ausgeweitet. Dabei erkannte das Unternehmen das Potenzial seiner Standorte und die Chance, die Bewertung, Pflege und langfristige Förderung der Natur grundlegend weiterzuentwickeln.

    Als Partner für nachhaltigen Wandel begleitete Ramboll das globale Biodiversitätsprogramm in Europa, Nordamerika, Nordafrika und im asiatisch-pazifischen Raum. Jeder Standort brachte dabei eigene ökologische Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Renaturierung mit sich.

    Biodiversitätskennzahlen als Grundlage für lokale Renaturierungsmaßnahmen

    Um Konsistenz, Transparenz und Wiederholbarkeit in einem vielfältigen globalen Standortportfolio sicherzustellen, strukturierte Ramboll das Programm in fünf Phasen, die auf fundierten Biodiversitätskennzahlen basierten. Diese lieferten eine belastbare Grundlage, um den ökologischen Ausgangszustand der einzelnen Standorte zu erfassen und gezielte Maßnahmen für messbare Verbesserungen zu entwickeln.

    Auf Grundlage der Prinzipien des Biodiversitäts-Nettozuwachses setzte Ramboll bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung auf einheimische Arten, die an die jeweiligen biogeografischen Bedingungen angepasst sind. So wird der Biodiversitätswert maximiert und zugleich die Wiederherstellung der lokalen Natur unterstützt.

    Phase 1 – Erfassung des ökologischen Ausgangszustands

    Die Ökologen von Ramboll führten an allen Standorten detaillierte Lebensraumkartierungen und Zustandsbewertungen durch. Mithilfe der von Natural England entwickelten Kennzahl für den Biodiversitäts-Nettozuwachs ermittelten sie für jeden Standort einen quantifizierten Ausgangswert. Dieser bildet die Grundlage für transparente und vergleichbare Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im gesamten Standortportfolio.

    Phase 2 – Konzeptionelle Biodiversitäts-Gestaltungspläne

    Für jeden Standort entwickelte Ramboll konzeptionelle Biodiversitäts-Gestaltungspläne, die in interaktiven Workshops mit den lokalen Teams weiter ausgearbeitet wurden. Die Workshops ermöglichten es den Standortvertretern, die Gestaltung ihrer Außenbereiche aktiv mitzugestalten. So wurde die lokale Eigenverantwortung gestärkt und sichergestellt, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den anhand der Biodiversitätskennzahlen ermittelten Potenzialen entsprachen.

    Phase 3 – Detaillierte Biodiversitäts-Gestaltungspläne

    Im nächsten Schritt wurden die konzeptionellen Biodiversitäts-Gestaltungspläne zu detaillierten Plänen ausgearbeitet. Diese legten fest, welche einheimischen Arten in den jeweiligen Lebensräumen eingesetzt werden sollten, welche Pflanzdichten vorgesehen waren und wie die Maßnahmen umgesetzt werden sollten, um die anhand der Kennzahlen ermittelten Verbesserungen zu erreichen.

    Die detaillierte Planung machte für die Standortteams nachvollziehbar, welche Maßnahmen vorgesehen waren und welchen Zweck sie erfüllten. Das stärkte die lokale Verantwortung und das Vertrauen darin, dass die geplanten Veränderungen die Biodiversität am jeweiligen Standort verbessern würden.

    Phase 4 – Pläne zur Lebensraumbewirtschaftung und zum Monitoring

    Für jeden Standort erstellte Ramboll Pläne zur Bewirtschaftung und Überwachung der Lebensräume. Diese gliederten die Flächen in einzelne Lebensraum-Polygone und legten monatliche Maßnahmen für einen Zeitraum von fünf Jahren fest.

    Die Pläne bieten den Standortteams konkrete, praxisorientierte Anleitungen und ermöglichen es ihnen, die Entwicklung ihrer Lebensräume aktiv zu begleiten und deren angestrebten Zustand zu erreichen. Durch klare Zuständigkeiten und umsetzbare Maßnahmen stärkte das Programm die langfristige Eigenverantwortung vor Ort. So sollten die geplanten Verbesserungen die Biodiversität nachhaltig fördern und positive Effekte für die Natur über die eigentliche Umsetzungsphase hinaus sichern.

    Phase 5 – Biodiversitätsmonitoring und Dashboard-Berichterstattung

    Ramboll unterstützt die langfristige Überwachung der Biodiversitätsmaßnahmen an allen Standorten. Das globale Monitoringprogramm kombiniert hochwertige Fernerkundungsdaten mit Erhebungen vor Ort. Eine spezielle App ermöglicht den Standortteams, die erforderlichen Daten direkt zu erfassen.

    Das globale Ökologenteam von Ramboll wertet die Daten aus und überführt sie in ein maßgeschneidertes Dashboard für den Kunden. Dieses dokumentiert detailliert die Fortschritte anhand der unternehmensweiten Kennzahlen (KPIs) für den Naturschutz und ermöglicht zugleich zeitnahe Maßnahmen auf lokaler Ebene.

    Kompetenzaufbau, Vernetzung und messbare Veränderungen

    Während des gesamten Programms investierte Ramboll in die Wissensvermittlung und Weiterbildung der Standortteams, um ihnen die wissenschaftlichen Grundlagen sowie die Ziele und den Nutzen des Renaturierungsprogramms näherzubringen. Dies stärkte das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden und förderte zugleich das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen, die der Kontakt mit der Natur auf das Wohlbefinden hat.

    Biodiversität in Unternehmen: Zahlen und Fakten

    • Fakt: 49

      quantifizierte Biodiversitäts-Ausgangswerte für wichtige Standorte weltweit, abgestimmt auf die KPIs des Kunden

    • Fakt: 37

      Standorte mit Maßnahmen zur Förderung der Natur und aktivem Monitoring bis 2030

    • Fakt: 40 %

      Biodiversitäts-Nettozuwachs am britischen Pilotstandort

    Courtyard and medicinal garden

    Innenhof und Heilkräutergarten

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