Resiliente Gesellschaft und Lebensqualität
Sean Cleary, Associate Director, Ramboll’s Cities and Regeneration team
12. Oktober 2025
Das Potenzial neuer Städte erschließen
Das Vereinigte Königreich steht angesichts des wachsenden Drucks im Wohnungsbau, bei der Infrastruktur und der Stadterneuerung an einem Scheideweg – eine Herausforderung, die viele Länder teilen. Die New-Towns-Initiative der britischen Regierung soll diesen Problemen begegnen und zugleich als Vorbild für andere Staaten dienen, die lebenswerte und zukunftsfähige Gemeinden schaffen möchten.
Weltweit überdenken Städte und Regionen, wie Gemeinden wachsen und sich entwickeln können. Dieser Moment eröffnet die globale Chance, die Standards für Nachhaltigkeit und Innovation in der Stadt- und Gemeindeentwicklung anzuheben. Die britischen Städte und Gemeinden, einst Symbol des Nachkriegsaufbruchs, sind heute bereit, eine neue Generation von Erneuerung, Widerstandsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Inklusivität zu prägen und zu inspirieren.
Visionen durch umfassende Planung in die Realität umsetzen
Die Initiative „New Towns“ verfolgt bei der Entwicklung neuer Stadtgebiete einen ortsbildprägenden Ansatz. Ziel ist es, ein starkes Identitätsgefühl zu schaffen und die notwendige Infrastruktur und Ausstattung bereitzustellen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der umliegenden Gemeinden zu fördern. Dies steht im Einklang mit unserem Ansatz bei Ramboll, Strategien zu entwickeln, die die Entstehung besonders lebenswerter Orte sicherstellen.
"Bei den Bemühungen um neue Wohnräume und Gemeinden geht es um mehr als den reinen Bau neuer Städte – es geht um die Gestaltung der Zukunft. Der langfristige Erfolg neuer Städte hängt davon ab, lebendige Orte zu schaffen, die die Gesundheit, das Glück, die Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Gemeinschaften fördern."
Associate Director, Ramboll’s Cities and Regeneration team
Ramboll unterstützt die Initiative "New Towns" mit:
- Fakt:
Interdisziplinäre Teams
die die Sprache der Infrastruktur, der Planung, der Umwelt, des Verkehrs und der Finanzen sprechen, von der Strategie bis zu umsetzbaren Plänen
- Fakt:
Jahrzehntelanger Erfahrung
Umsetzung komplexer, integrierter Projekte im Vereinigten Königreich und international. Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, zur Bewältigung von Herausforderungen und zur Maximierung des Nutzens – nicht nur auf dem Papier, sondern im realen Leben der Menschen.
- Fakt:
Ganzheitlichem Denken
Wir verbinden Technik, Ökologie, Politik und Gesellschaft miteinander und bringen Akteure aus verschiedenen Sektoren und Bereichen zusammen
Unser neuer Bericht, Unlocking New Places, zeigt:
- Beispiele für Projekte, die wir weltweit umgesetzt haben
- Unseren Ansatz zur Gestaltung lebenswerter, zukunftsfähiger Orte
- Unsere Umsetzungsstrategie, die Politik, Investitionen und Planung auf konkrete, realisierbare Ergebnisse ausrichtet
Durch die Verbindung technischer Präzision, umfassender Umsetzungserfahrung, kooperativer Ansätze und vorausschauender Strategien von Beginn an können lokale Visionen zu lebendigen, lebenswerten Gemeinschaften werden. Dabei gilt es, die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit, Widerstandsfähigkeit und Umsetzbarkeit konsequent zu berücksichtigen.
Neue Siedlungen bieten eine einzigartige Chance, ökologische, wirtschaftliche und soziale Strukturen von Grund auf miteinander zu verbinden. Durch eine vielfältige Mischung aus Wohnformen, Eigentums- und Mietmodellen sowie bezahlbaren Angeboten können neue Städte integrative Gemeinschaften fördern, in denen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenleben.
Die Bewältigung von Herausforderungen wie bezahlbarem Wohnraum und sozialer Ausgrenzung erfordert, Fragen der Erschwinglichkeit und inklusiven Gestaltung frühzeitig in die Flächennutzungsstrategie zu integrieren. Durch sozioökonomische Modelle und die gezielte Einbindung von Interessengruppen wird der gleichberechtigte Zugang zu Chancen zur Grundlage – und nicht zum Privileg.
Der Erfolg neuer Städte hängt davon ab, Räume zu schaffen, die Gesundheit, Glück, Sicherheit und Wohlbefinden fördern. Die frühzeitige Integration zentraler Dienstleistungen wie Schulen, Gesundheitsversorgung, Freizeitangebote und kultureller Einrichtungen in die Planung ist dabei entscheidend. Insbesondere in Regionen mit ausgeprägten gesundheitlichen Ungleichheiten können datengestützte Analysen dazu beitragen, Investitionen dort zu lenken, wo sie die größte Wirkung entfalten. Dieser Ansatz stärkt Gemeinschaften und stellt sicher, dass Entwicklungen nicht nur Wohnräume sind, sondern Orte, an denen Menschen sich entfalten können.
Realisierbarkeit: Koordinierte und tragfähige Infrastruktur
Ein gemeinsamer, integrierter Ansatz ist unerlässlich, um die Potenziale, Rahmenbedingungen und Anforderungen jedes Standorts umfassend zu erfassen. Realistische Umsetzungsstrategien, die Vertrauen schaffen und Dynamik entfalten, sind dabei entscheidend. Durch die konsequente Abstimmung von physischer und sozialer Infrastruktur, die frühzeitige Integration interdisziplinärer Projektteams und die Förderung kooperativer Lösungen werden Planungen in konkrete Wirkung überführt – mit spürbarem Mehrwert für das Leben der Menschen. Die Verbindung von langfristiger Entwicklungsperspektive und kurzfristiger Umsetzbarkeit stellt zudem sicher, dass zentrale Dienstleistungen zeitgerecht verfügbar sind, wenn neue Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.
Innovationen im Bauwesen sind unverzichtbar, wenn das Vereinigte Königreich seine Wohnungsbau- und Klimaziele erreichen will. Moderne Bauweisen (MMC) bieten hierfür konkrete Lösungsansätze durch modulare Systeme, Offsite-Fertigung und kohlenstoffarme Materialien der nächsten Generation. Durch die Durchführung fundierter Machbarkeitsstudien, die Auswahl geeigneter Auftragnehmer und die Sicherstellung regulatorischer Konformität wird ambitionierte Planung in praktische Umsetzung überführt. Die langfristige Etablierung von MMC, unterstützt durch lokale Behörden, Bildungseinrichtungen und Branchenverbände, verankert Innovation als zentralen Hebel für Qualität, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit.
Widerstandsfähigkeit: Zukunftsfähige Gemeinden
Resilienz muss bereits in den frühen Entwurfsphasen berücksichtigt werden. Sie umfasst Maßnahmen zur Minderung von Hochwasserrisiken, zur Regenwassernutzung, zur Sicherstellung thermischen Komforts sowie zur Integration erneuerbarer Energien. Die enge Zusammenarbeit von Ingenieur:innen, Ökolog:innen sowie Expert:innen für soziale Entwicklung stellt sicher, dass Gemeinden robust auf die klimatischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereitet sind. Vorausschauende Analytik und digitale Modellierung unterstützen die Optimierung der Infrastrukturplanung, um Klimarisiken wirksam zu adressieren und zugleich Konnektivität, Lebensqualität und Gesundheit in den Gemeinschaften zu stärken.
Regeneratives Design stellt natürliche Systeme aktiv wieder her und stärkt die Widerstandsfähigkeit durch einen messbaren Nettogewinn an Biodiversität. Die Dekarbonisierung von Energie- und Verkehrsnetzen sowie die Entwicklung biodiverser, zirkulärer Materialkreisläufe können neue Städte konsequent klimafreundlich gestalten. Durch den Einsatz von Lebenszyklus-Kohlenstoffanalysen und naturbasierten Lösungen verschiebt sich der Fokus von reiner Regulatorik-Compliance hin zu innovativen Ansätzen mit nachweisbarem Mehrwert. Von der Integration von Wiederbewaldungskorridoren bis zur Planung von Netto-Null-Zentren stellt unser Ansatz sicher, dass neue Städte mehr beitragen, als sie verbrauchen.
„Die britische New-Towns-Initiative kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, der ein neues Denken darüber erfordert, wie wir Orte gestalten, die angesichts des Klimawandels und gesellschaftlicher Veränderungen widerstandsfähig und zukunftsfähig sind“, sagt Sean Clery. „Weltweit haben wir gesehen, dass Gemeinschaften sowohl Resilienz als auch Erneuerung erreichen können, wenn Politik, Investitionen und Planung von Anfang an aufeinander abgestimmt sind. Unser neuer Bericht Unlocking New Places untersucht, wie ein kooperativer, evidenzbasierter Ansatz Ambitionen in Orte übersetzen kann, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern.“
Nächste Schritte für die New Towns Initiative
Da die derzeitige britische Regierung den Bau von drei neuen Städten plant, wird die Einrichtung einer New Towns Unit von entscheidender Bedeutung sein, um Umsetzungshemmnisse zu beseitigen und eine zügige Realisierung zu ermöglichen. So können die ersten neuen Städte als Testfeld für Innovationen dienen.
Darüber hinaus sollen Entwicklungsgesellschaften mit planerischen Befugnissen sowie rechenschaftspflichtige Umsetzungsstellen eingerichtet werden, um den Gemeinden in den neuen Städten langfristige Planungssicherheit zu geben. Die britische Regierung wird Anfang nächsten Jahres den Entwurf der Vorschläge sowie die abschließende Umweltverträglichkeitsprüfung zur Konsultation veröffentlichen. Die Standorte für die neuen Städte sollen im Verlauf des Frühjahrs bestätigt werden – gemeinsam mit einer umfassenden Stellungnahme zum Bericht der New Towns Taskforce.
Eine unmittelbare Priorität für Ministerinnen, Minister und Verwaltung wird die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sein, um detaillierte Vorschläge zu erarbeiten. Die Regierung wird sicherstellen wollen, dass jeder Standort in partnerschaftlicher Abstimmung mit den lokalen Gemeinschaften effektiv und effizient umgesetzt werden kann, einem klaren wirtschaftlichen Zweck dient und zum Wirtschaftswachstum beiträgt. Zudem sollen verschiedene Umsetzungsmodelle erprobt werden, um Erkenntnisse für zukünftige Großsiedlungen zu gewinnen und einen Beitrag zur umfassenderen Transformation des Wohnungsangebots zu leisten.
Der Auftrag ist klar: Schaffung von Gemeinschaften, die auf Gesundheit, Gerechtigkeit, Widerstandsfähigkeit und Realisierbarkeit ausgerichtet sind.
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Beverly Howard
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