Dekarbonisierung für net zero

Robert Ullner

30. Januar 2025

Ram­boll über­nim­mt BIM Pla­nung für die Elek­tri­fi­zie­rung der Marsch­bahn

Die 170 km lan­ge Marsch­bahn ist eine der tra­di­ti­ons­reichs­ten Bahn­stre­cken Deutsch­lands. Sie ver­bin­det It­ze­hoe mit Wes­ter­land auf Sylt – der be­lieb­tes­ten Ur­laubs­in­sel des Lan­des. Der­zeit wird die stark fre­quen­tier­te Strecke noch mit Die­sel­lo­ko­mo­ti­ven be­trie­ben. Durch die ge­plan­te Elek­tri­fi­zie­rung und Mo­der­ni­sie­rung soll sie künf­tig nach­hal­ti­ger und wi­der­stands­fä­hi­ger wer­den.

Ramboll wurde im Konsortium mit Obermeyer Infrastruktur und Arcadis Germany vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH GmbH) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein beauftragt, die Planung der Oberleitungsanlage sowie aller klassischen Gewerke wie Verkehrsanlagenplanung und Ingenieurbauwerke im Abschnitt Heide bis Westerland zu übernehmen. Das Projekt wird komplett in BIM geplant, was die Planung beschleunigt und optimiert.

Ganzheitliche Planung macht Strecke fit für die Zukunft

Über die Elektrifizierungsplanung hinaus wird untersucht, welche Infrastrukturverbesserungen zusammen mit der Elektrifizierung umgesetzt werden können. Dabei untersuchen die Expert:innen neue Weichenverbindungen ebenso wie Möglichkeiten, die Strecke insgesamt robuster und resilienter für die Zukunft zu machen. Dies führt zu schnelleren und insgesamt mehr Verbindungen auf der Strecke – und damit zu weiteren Angebotsverbesserungen im landesweiten Nahverkehrsplan.

Derzeit verkehrt auf der beliebten Marschbahnstrecke von Itzehoe nach Sylt noch immer eine Diesellok. Durch die vollständige Elektrifizierung und die potenzielle Umstellung auf den ERTMS-Standard ergeben sich viele Vorteile für Touristen und Pendler. Mit regenarativem Windstrom aus der Region kann die Strecke komplett klimaneutral betrieben werden, robustere E-Loks sorgen für eine höhere Betriebsqualität und Leistung und damit für eine geringere Anfälligkeit für wartungsbedingte Ausfälle.

Die beliebtesten Tourismusziele an Schleswig-Holsteins Westküste können ohne Umstiege, zuverlässiger und schneller erreicht werden, eine ICE-Anbindung wird möglich. Nicht zuletzt werden Kosteneinsparungen im Betrieb in Millionenhöhe pro Jahr erwartet.

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizenz im Fokus

Als Generalplaner werden wir im Projekt neben den klassischen Gewerken auch Vermessung sowie Baugrund- und Umweltdienstleistungen erbringen.

Die Expert:innen von Ramboll legen dabei viel Wert auf:

  • die Verwendung von zirkulären und regionalen Materialien wie Holz
  • den Materialtransport per Bahn statt per LKW
  • den Einsatz von Baumaschinen mit alternativen Antrieben
  • eine vorausschauende und flexible Planung
Gebündelte und interdisziplinäre Expertise für eine schnellere und optimierte Planungsphase

Die Expert:innen von Ramboll, Obermeyer und Arcadis werden das Projekt über alle Leistungsphasen von der Grundlagenermittlung bis zur Ausschreibung der Bauleistungen begleiten. Teilleistungen müssen nicht neu ausgeschrieben werden, was das Projekt insgesamt beschleunigt.

„Das Team und ich freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit unseren geschätzten und bekannten Partnern Obermeyer und Arcadis den Zuschlag bekommen haben, die Marschbahn für die Menschen und Besucher Schleswig-Holsteins nachhaltig zu modernisieren. Auch den besonderen Herausforderungen wie der schwierigen Beschaffenheit des Baugrunds und den besonderen Anforderungen an den Umweltschutz sehen wir mit unserer interdisziplinäre Expertise positiv entgegen“, sagt Marc Staiger, stellvertretender Gesamtprojektleiter bei Ramboll Deutschland.

Die Vorplanung läuft zunächst bis Juni 2026, danach folgen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

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