Feste Öresund-Verbindung: Verbindungen stärken

Die Öresund-Querung stärkt die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Schweden. Sie ist ein Beispiel für herausragende Ingenieurskunst, Umweltschutz und grenzüberschreitende Kooperation, bei der auch der Schutz der Natur eine zentrale Rolle spielt.

Die Eröffnung der Öresundverbindung im Jahr 2000 hat weit mehr geschaffen als nur eine physische Verbindung zwischen Dänemark und Schweden. Für viele Menschen in der Region hat sie den Alltag nachhaltig verändert: Heute pendeln über 8.000 Einwohner täglich von Schweden nach Dänemark zur Arbeit. Die feste Öresundverbindung symbolisiert nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern – ein entscheidender Faktor für die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaftsregion in Europa.

Das Projekt

Die Öresund-Querung erstreckt sich über 16 km von Küste zu Küste und verbindet Kopenhagen, Dänemark, mit Malmö, Schweden. Sie umfasst eine zweispurige Autobahn sowie eine zweigleisige Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke und besteht aus mehreren Elementen:

  • Aufgeschüttete Halbinsel (0,9 km²) bei Kastrup: Mit einem in situ gegossenen Portalbauwerk, das zum Absenktunnel führt
  • Absenktunnel (3,7 km): Unter der Fahrrinne zwischen Kastrup und der Insel Saltholm
  • Künstliche Insel (3,8 km) südlich von Saltholm: Mit einem Portalbauwerk für den Absenktunnel
  • Schrägseilbrücke (7,8 km): Mehrstöckige Brücke für Straßen- und Eisenbahnverkehr, die die künstliche Insel mit Lernacken in Schweden verbindet
Eine beratende Zusammenarbeit

Das Øresund-Konsortium, ein Gemeinschaftsunternehmen, das jeweils zu 50 % von Dänemark und Schweden gehalten wird, baute und betreibt die Verbindung. Seit 1993 ist Ramboll Hauptberater in der internationalen Beratergruppe Øresund Link Consultants (ØLC) und fungiert als interner Berater des Konsortiums. Die Beratungstätigkeit von ØLC umfasste sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit Planung und Bau der Öresund-Querung.

Als führender Partner umfasste der Aufgabenbereich von Ramboll unter anderem:

  • Geologische/geophysikalische/geotechnische Untersuchungen und Modellierung
  • Technische Planungsgrundlagen, einschließlich der Anwendung der Eurocodes
  • Autobahn- und Eisenbahntrassierung
  • Entwurfs- und Ausschreibungsplanung für Bagger- und Rekultivierungsarbeiten
  • Entwurfs- und Ausschreibungsplanung für den 3,8 km langen Absenktunnel für Straße und Schiene
  • Entwurfsplanung für eine 7,8 km lange einstöckige Brückenlösung für Straße und Schiene, einschließlich einer 1,1 km langen Schrägseilbrücke mit einer Hauptspannweite von 490 m
  • Baumanagement für den Absenktunnel einschließlich Ausbaggerungs- und Rekultivierungsarbeiten und Umweltverträglichkeit
  • Sicherheits- und Rettungsplanung mit M&E- (Mechanik, Elektrik) und ITS-Installationen (intelligente Transportsysteme)
  • Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für mögliche Standorte zur Herstellung von Beton- und Stahlkonstruktionen im Raum Kopenhagen
Absenktunnel

Der 3,8 km lange Absenktunnel besteht aus 20 vorgefertigten Elementen, darunter je zwei Röhren für die Eisenbahn und die Autobahn sowie ein Fluchtstollen. Jedes Element ist 176 m lang und setzt sich aus acht Segmenten zusammen, die in einem einzigen Guss gefertigt werden. Eine Innovation dieses Projekts war die erste werkseitige Produktionsanlage für Absenktunnel mit zwei parallelen Produktionslinien zur Herstellung der Elemente. Rambolls Aufgaben umfassten die detaillierte Prüfung der Ausführungsplanung, die Kontrolle der Aushärtezeiten zur Vermeidung von Abschreckungsrissen sowie die Vorprüfung und Dokumentation von Reparaturen.

Schrägseilbrücke

Das Projekt beinhaltet eine 7,8 km lange mehrstöckige Balken- und Schrägseilbrücke. Zwei Zufahrtsbrücken führen zur zentralen Schrägseilbrücke, deren Pylone 240 m über dem Meer ragen. Die Brücke bietet eine lichte Höhe von 57 m über der Flintrännen-Fahrrinne und eine Hauptspannweite von 490 m.

Besondere Umweltanforderungen

Die Öresund-Verbindung liegt in einem ökologisch sensiblen Gebiet, weshalb hohe Umweltanforderungen sowohl für den Bau als auch für den Betrieb gelten.

Peberholm, eine künstliche Insel südlich von Saltholm, fungiert als Übergang zwischen Tunnel und Brücke und zugleich als Naturreservat für Hunderte von Tier- und Pflanzenarten, darunter einige seltene Arten. Seit ihrer Entstehung ist Peberholm weitgehend unberührt geblieben, ohne Ansaat oder Bepflanzung.

Die Insel beherbergt zudem technische Einrichtungen für die Öresundverbindung und dient als Wendepunkt für Rettungsdienste und Wartungsfahrzeuge. Sie wurde vollständig aus Material des Meeresbodens des Öresund aufgeschüttet.

Betrieb und Instandhaltung

Ramboll ist weiterhin als Berater für das Öresund-Konsortium tätig und überwacht die Inspektionen der Beton- und Stahlkonstruktionen der gesamten Verbindung. Darüber hinaus führt Ramboll betriebliche Risikoanalysen durch und aktualisiert sie regelmäßig, wobei der Fokus auf Zeitplänen für Notfallevakuierungen und der Bewertung von Risiken durch Schiffskollisionen liegt.

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  • Henning Peer Jensen

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