Minderung der Auswirkungen von Plastikmüll auf die Meere der EU
Müll in den Meeren wird als ein immer dringlicheres globales Problem erkannt. Schätzungen zufolge sind 80–85 % des an den Stränden der EU angeschwemmten Mülls Plastik. Davon entfallen 50 % auf Einwegartikel aus Kunststoff und 27 % auf mit der Fischerei verbundene Gegenstände.
Zu den Einweg-Kunststoffartikeln gehören viele häufig verwendete Verbraucherprodukte, die nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden, in vielen Fällen nicht recycelt werden und damit zu Abfall werden. Eine weitere wesentliche Quelle der Verschmutzung durch Plastikmüll ist Fischereigerät, das häufig nach der Verwendung nicht ordnungsgemäß eingeholt wird und in der Meeresumwelt verbleibt.
Die Richtlinie enthält Maßnahmen, die sich auf solche Produkte und Bereiche konzentrieren, bei denen der größte Handlungsbedarf besteht. Ein besonderer Fokus liegt auf den Produkten, die aus oxo-abbaubaren Kunststoffen bestehen, kunststoffhaltiges Fischereigerätschaft und die Einweg-Kunststoffartikel, auf die 86 % des Einwegplastiks an Europas Stränden entfallen – zum Beispiel Getränkebecher, Fastfood-Essensbehälter, Einwegbesteck, Strohhalme, Damenbinden und Feuchttücher.
Die Richtlinie enthält konkrete Maßnahmen für die unterschiedlichen Produkte, zum Beispiel ein Verbot von Kunststoff in verschiedenen Produkten, Verbrauchsminderungsziele, eine verbesserte erweiterte Herstellerverantwortung, Erfassungsziele, Kennzeichnungsvorschriften und Aufklärungsmaßnahmen.
Ramboll unterstützt bei der Erstellung von Leitlinien und Durchführungsbestimmungen
Ein von Ramboll geleitetes Expert:innenteam unterstützt die Europäische Kommission in einem 18-monatigen Projekt bei der Vorbereitung von Leitlinien und Umsetzungsmaßnahmen für die Mitgliedsstaaten nach der Verabschiedung der neuen Richtlinie. Zu unseren Aufgaben gehört außerdem die Entwicklung und Organisation von Workshops auf hoher Ebene für Vertreter:innen der Europäischen Kommission, Beamte und Beamtinnen der Mitgliedsstaaten und für wichtige Interessengruppen aus Industrie und Abfallmanagement in der EU.
Die Studie wird folgende Ergebnisse beinhalten:
- Definitionen, was als Einweg-Kunststoffprodukt im Sinne der Richtlinie einzustufen ist
- Vorschläge zur Kennzeichnung bestimmter Einwegprodukte, einschließlich Verbrauchertests
- Methoden für die Berechnung und Verifizierung gesonderter Erfassungsziele sowie für eine ehrgeizige und nachhaltige Senkung des Verbrauchs von Einweg-Kunststoffprodukten
- Vorschläge für Berichtsformate
- Leitlinien für Kriterien zu den Kosten für die Abfallentsorgung nach dem Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung
Unterstützung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung
Mit diesem Projekt leistet Ramboll Pionierarbeit zur Umsetzung einer neuen EU-weiten Richtlinie, die einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der negativen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von Plastikmüll in den Meeren leistet. Die Studie unterstützt die Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung Nr. „12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion“, „14 – Leben unter Wasser“ und „15 – Leben an Land“.
VERGLEICHBARE PROJEKTE
Den zunehmenden Kunststoffabfall im Griff – mit großtechnischem Recycling
Weltweit werden nur etwa 9 % des Kunststoffabfalls recycelt. Die erste und in dieser Form einzigartige Kunststoff-Recyclinganlage Dänemarks zeigt, dass diese Herausforderung gemeistert werden kann. Die Anlage wird fast die Hälfte des Kunststoffabfalls des Landes verarbeiten können.
19. Jan. 2021
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Die EU-Taxonomie-Verordnung wird die meisten europäischen Finanzinstitute und Nichtfinanzunternehmen dazu verpflichten, die ökologische Nachhaltigkeit ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten darzulegen. Mit weniger als einem Jahr Spielraum wird es höchste Zeit, sich anzupassen, sagen zwei Ramboll-Experten. Dieser Artikel nennt Ihnen fünf Gründe dafür.
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